Kunst der Vergangenheiten Archäologie Download (PDF 709,0 kB) 7 mal heruntergeladen

  • Andrea Fischer, Kunstlabor Graz I uniT

Sensationsfund in der Grabkammer Tutanchamuns? Im März 2016 lässt diese Meldung nicht nur den Antikenminister Ägyptens in die Hände klatschen, doch er freut sich besonders. Obwohl noch nicht sicher, was sich hinter der Wand des wohl berühmtesten Grabes der Welt versteckt hält, vermutet er den Fund des Jahrhunderts! Sind da neue Steine im Puzzlespiel der Geschichte der Menschheit gefunden worden?

Archäologische Fundstücke verändern immer wieder die Deutung der Geschichte der Menschheit. Neue Funde aus der Vergangenheit, die einen anderen Blick auf schon bestehende Erkenntnisse ermöglichen, werden in der Forschung oft als „Sensationsfunde“ diskutiert. Wie in allen Wissenschaften, werden durch neue Erkenntnisse wissenschaftliche Diskussionen ausgelöst, alte Sichtweisen in Frage und in neue Zusammenhänge gestellt.

Dieses Modul beschäftigt sich mit den Fragen rund um die Wissenschaft der Archäologie als Teil der Kunstgeschichte. Verschiedene Impulse (z.B.: Objektzeichnungen) sollen eine Diskussion initiieren, ob und welche Schlüsse wir aus der Beschäftigung mit der kulturellen Entwicklung der Menschen in der Vergangenheit, über das Verhalten von Heute ziehen können und in wie weit daraus ein Verständnis für Strategien des menschlichen Handelns im Jetzt heraus lesbar sind. Exemplarisch für alle Wissenschaften soll auch die Veränderbarkeit der Sichtweisen durch neue Forschungsergebnisse ins Blickfeld gerückt werden, d.h.: welche Rolle spielen die Forschungsergebnisse der Archäolog_innen für die Gegenwart? Aktuell soll auch der Frage nach den archäologischen „Hotspots“ und die Bedeutung für ein Land und den Tourismus nachgegangen werden. Welche Bedeutung hat der illegale Handel mit antiken Fundstücken? Und was heißt es, wenn wir „live“ die Zerstörung uralter Kulturstätten als kriegerischen Akt mitverfolgen können? Woraus speist sich eine kulturelle Identität? Welche Bedeutung haben antike Funde auf Tradition und Geschichtsbewusstsein für die Bürger_innen eines Landes?

Dieses Modul soll die Möglichkeit geben, unter aktuellen Fragestellungen die Archäologie als Wissenschaft kennenzulernen, die sich mit der kulturellen Entwicklung des Menschen beschäftigt, ihre Bedeutung für die Kunstgeschichte und Erforschung des sozialen Lebens in der Geschichte der Menschheit einschätzen zu lernen und ihre Relevanz für das Verständnis unserer Gegenwart zu erkennen und bewerten zu können.

Durch den Besuch einer Antikensammlung eines Museums soll die Möglichkeit geschaffen werden, den Aufbau und die Struktur einer archäologischen Sammlung nachzuvollziehen und die Arbeit von Archäolog_innen zu verstehen. Es soll erfahrbar werden, mit einem Kunstwerk aus der Vergangenheit in Dialog zu treten. Durch das Abzeichnen der Objekte wird die Beobachtungsgabe geschult. Die schriftliche Objektbeschreibung schärft die Beobachtungsgabe und die sprachliche Kompetenz. Der Austausch in der Gruppe macht verschiedene Sichtweisen deutlich und stärkt die soziale Kompetenz.

Erstellt im Rahmen des ESF-Projektes Netzwerk ePSA. Gefördert aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung.

Aufgabe

  • Kunstwerke unterschiedlicher Epochen benennen und verorten
  • Kunst und ästhetische Alltagsäußerungen als Konstruktionsmittel sozialer Wirklichkeiten wahrnehmen
  • Kreative Gestaltungsprozesse als Kommunikationsmittel nutzen
Kategorien
e-PSA
Module
Themen
Kulturen und Diskurse
Kompetenzfelder
Kreativität und Gestaltung (KuG)